STAR WARS: DER AUFSTIEG SKYWALKERS – REVIEW

Foto: Alex Boom

Am 23. Dezember 2019 war es auch für mich soweit. Ich konnte mir endlich Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers anschauen. Ich muss nach der ein oder anderen spoilerfreien Review, die ich vorab gesehen und gelesen habe sagen, dass ich den Film zwar auch nicht perfekt fand, aber im Gegensatz zu vielen Anderen einen guten Abschluss der Trilogie. Wieso, weshalb, warum? Und wieso mir ich das pausenlose Gemotze über das gesamte Franchise, den Regisseuren und Darstellern nur noch auf die Nerven geht? Das könnt ihr genau hier und komplett ohne Spoiler herausfinden!

Der neunte Teil der Reihe (oder auch Episode IX) hatte nach dem Vorgänger aus dem Jahr 2017 kein leichtes Spiel, denn dieser hat in den Augen vieler  Fans zuviel falsch gemacht und gehörig daneben gehauen. Auch in der Hinsicht bin ich nicht komplett dieser Meinung, aber dazu komme ich gleich noch. Zunächst muss man sagen, dass der Film ein enormes Tempo an den Tag legt und kaum Zeit lässt, Nachos zu futtern, ohne etwas zu verpassen. Auf der anderen Seite konnte ich aber auch selten Szenen finden, die ich als überflüssig oder fehl am Platz empfunden habe.

Der Film setzt etwa ein Jahr nach Episode VIII an. Rey, Finn, Poe und ihre Crew Chewbacca, C-3PO und BB-8 sind unterwegs um Luke’s Suche nach einem uralten Wegweiser der Sith zu beenden, der sie möglicherweise zu dem Sith-Stützpunkt Exegol bringen könnte. Von dort aus wurde eine Botschaft des tot geglaubten Imperators Palpatine abgefangen, die die Rückkehr des Imperiums und der sogenannten “Letzten Ordnung” einläuten soll.  Auf der Reise treffen sie alte und neue Verbündete, lernen sich untereinander besser und den Begriff “Familie” auf viele verschiedene Arten und Weisen kennen und zu schätzen. Auch Kylo Ren, in dem irgendwo noch ein Funke Licht zu glühen scheint ist auf der Suche. Auf der Suche nach der Unterwerfung der kompletten Galaxis, der Suche nach Rey, aber in erster Linie auch der Suche nach sich selbst.

Der Aufstieg Abrams’

Foto: The Walt Disney Company GmbH

J.J. Abrams, der bereits Episode VII – Das Erwachen der Macht ins Kino brachte, war also auch hier wieder mit an Bord. Dies war jedoch nicht von langer Hand geplant. Denn ursprünglich sollte Colin Trevorrow das Skript zum letzten Teil der Reihe beisteuern. Nach einigen Differenzen und Uneinigkeiten warf man das ursprüngliche Skript also größtenteils über Bord und engagierte kurzerhand noch einmal Abrams, der demnach leider auch deutlich weniger Zeit hatte, lose Enden zu verknüpfen und das Skript zu vervollständigen. Und ja, es machte sich in so einiger Hinsicht bemerkbar. Einige Figuren wurden anders als im Vorgängerstreifen behandelt, einige Storypunkte komplett über den Haufen geschmissen und einige Handlungsstränge vermutlich nur eingeworfen um ein halbwegs rundes Ende zu finden.

Trotz dieser Differenzen und einiger offenkundig falscher Entscheidungen hat mir der Film einfach gut gefallen und für mich auch als Finale funktioniert. Man erkennt zwar deutlich mehr Verbindungen zwischen den beiden von J.J. Abrams inszenierten Filmen, aber das lässt Episode VIII in meinen Augen absolut nicht außen vor. Was also hätte hier gefehlt um eine nahtlose und gut passende Trilogie zu basteln? Für mich ganz klar ein Mastermind a lá Kevin Feige, der einen festen Plan im Hinterkopf hat, wo die Geschichte beginnt und auch wieder endet. Was bei Marvel mit inzwischen 23 Filmen funktioniert, sollte doch wohl auch mit drei Filmen klappen. Aber gerade deswegen kann man sowohl Rian Johnson, als auch J.J. Abrams keine Vorwürfe machen. Denn jeder möchte nun mal seinen Fingerabdruck hinterlassen und Figuren vor neue und besondere Herausforderungen stellen.

Nicht alle lose Enden verknüpft

Foto: The Walt Disney Company GmbH

Denke ich an einige Fragen aus den beiden Teilen davor stehen mir auch noch immer die Fragezeichen über dem Kopf. Natürlich kann ich nicht auf alle eingehen ohne zu spoilen, aber an der letzten Szene des vorherigen Films konnte man ganz klar erkennen, dass Johnson andere Pläne gehabt hätte. Diese Szene zeigt einen kleinen Jungen, der mit der Macht einen Besen vom Boden aufhebt und sollte offenbar Hinweise auf weitere Jedis geben. Davon ist allerdings rein gar nichts mehr zu sehen gewesen.

Auch die Figur Rose, die in Teil 8 aus dem Nichts zum Maincast dazu gestoßen ist, hat hier nur eine kleinere Nebenrolle gefunden, was ich persönlich sehr schade finde. Wie ich auch im Teil davor nicht unbedingt cool fand, dass sich Phasma oder Snoke auf merkwürdige Arten und Weisen verabschiedet haben, konnte ich diese Degradierung hier ebenfalls nicht nachvollziehen.

Ein letzter Blick, auf meine Freunde

Foto: The Walt Disney Company GmbH

Was ich wirklich toll fand, war der Umgang mit Leia bzw. Carrie Fisher. Man hat sich offenbar ausschließlich mit nicht verwendeten Szenen aus dem letzten Teil darum bemüht, Leia einen würdigen, emotionalen und sinnvollen Abschied aus der Filmreihe zu verschaffen, nachdem Carrie Fisher leider im Dezember 2016 verstorben ist. Auch zahlreiche Gastauftritte einiger Schauspieler und Charaktere aus so gut wie allen Filmen und sogar Serien des Franchises haben mich sehr gefreut. Verdammt viele Anspielungen gaben einem den Fanservice, auf den ich mich persönlich jede weitere Szene auf’s Neue gefreut habe. Nicht zuletzt der Auftritt von Billy Dee Williams (bereits im Trailer zu sehen) als Lando Calrissian hat mir echt das Herz erwärmt!

Als episch kann man den Film jedenfalls wirklich bezeichnen. Es gibt alles, was ein Star Wars Film haben sollte: Lichtschwert-Kämpfe, atemberaubende Landschaften und lustige Gestalten, eine gigantische Weltraumschlacht und auch den ein oder anderen großen Plot-Twist, auf den einige Fans sicherlich schon gewartet haben. Zwar erfindet der Film das Rad auch nicht neu und man merkt, dass Abrams gerne auf altbekannte und beliebte Schemen setzt, allerdings heißt das nichts Schlimmes. Die Darsteller machen finde ich einfach Spaß und die Gruppe hat eine tolle Chemie auf der Leinwand.

Möge die Motzerei auch weiterhin mit euch sein!

Foto: The Walt Disney Company GmbH

Zwar gab es auch Entscheidungen und Kleinigkeiten, die für mich nicht unbedingt nötig gewesen wären, aber ich bin der Meinung, dass es keinen Spaß macht, sich die Filme selbst kaputt zu diskutieren. Immerhin teilen viele Fans über Generationen eine Leidenschaft und Liebe zu diesen Filmen. Doch es wird ständig auf Machern, Regisseuren, Darstellern und einfach allem herumgetrampelt. Diese Rücksichtslosigkeit sollte sich niemand von den Beteiligten bieten lassen. Wurde zu Beginn noch zu wenig gewagt, kam danach zu viel Risiko dazu, das zum Schluss nicht mehr gerade gerückt werden konnte. So zumindest die Meinung dieser Leute. Aber gerade im Star Wars Franchise kann man es auch seit Jahrzehnten schon niemandem mehr recht machen. Man kann eben keinen Spaß haben, wenn man es von vorn herein gar nicht möchte!

Ich kann allen wahren Fans der Reihe jedenfalls nur empfehlen, sich ein wenig auf den Film einzulassen und sich nicht direkt auf den Schlips getreten zu fühlen, wenn mal nicht alles läuft, wie man es sich selbst ausgemalt hat. Auch ich verfolge das Franchise seit ich ca. 10 Jahre alt bin und hatte Spaß im Kino! Dabei gefällt mir diese Trilogie auch um Längen besser als die Prequels aus den 90ern und ich wurde stets gut unterhalten. Allen anderen bringt Jar Jar Binks heute hoffentlich noch einen warmen Beruhigungstee mit Bantha-Milch. In diesem Sinne: Möge die Macht mit euch sein!